Studie

Ergebnisse einer Studie des Berliner Instituts für Bevölkerung und Entwicklung bestätigen Einschätzungen der Aussiedler in Marzahn Nordwest und Vision e.V.

Am 26. Januar wurde die Studie „Ungenutzte Potentiale. Zur Lage der In­tegration in Deutschland“ des Berliner Instituts für Bevölkerung und Entwicklung vorgestellt und für einiges Aufsehen in der Öffentlichkeit gesorgt. Sehr gut haben die Aussiedler abgeschnitten, die ge­meinsam mit den Migranten aus den EU-Ländern (ohne Südeuropäer) den Spit­zenplatz in puncto Integrationsbereitschaft einnehmen. Im Internet kann die gesamte Studie unter folgender Adresse herunter geladen werden: http://www.berlin-institut.org/studien/ungenutzte-potenziale.html. Grundlage der Beurteilung der Integrationsbereitschaft verschie­dener Migrantengruppen war der „Index zur Messung von Integration“ anhand von 20 Indikatoren, darunter die Integration in die Gesellschaft, in den Arbeitsmarkt, in das Bildungssystem usw.

Laut Studie haben die Aussiedler in Vergleich zu den anderen Migrantengruppen weniger Probleme auf dem Arbeitsmarkt und vermischen sich stark mit der ein­heimischen Bevölkerung. So haben in der ersten Genera­tion nur 17 Prozent aller Verheirateten ei­nen einheimischen Ehepartner. In der zweiten Generation vervierfachen sich die Ehen mit einheimischen Deutschen jedoch auf 67 Pro­zent. Auch in Sachen Bildung stehen die Aus­siedler gut da. Ganz ohne Bildungsabschluss sind nur 3,3 Prozent. Von der ers­ten zur zweiten Generation der Aussied­ler steigt der Anteil der Abiturienten stark an. Dabei besuchen mehr Mädchen als Jungen das Gymnasium, und Frauen schließen die Schule auch häufiger mit Abitur ab als Männer. Außerdem stellen sie anteilig genauso viele Akademiker wie die Männer ihrer Herkunftsgruppe. Wie bei der Bildung schneiden die Aus­siedler auch auf dem Arbeitsmarkt im Vergleich zu anderen Herkunftsgruppen besser ab, jedoch nie besser als die Ein­heimischen. Ein Grund für diesen Erfolg ist mit Sicherheit die schnelle rechtliche Gleichstellung. Wie bei den Einheimischen liegt die Hausfrauenquote bei nur knapp 20 Prozent. Möglicherweise hängt dies damit zusammen, dass es in den meisten Herkunftsländern der Aussiedler üblich ist, dass Frauen berufstätig sind. Der Anteil der von öffentlichen Leistungen Abhängigen unter den Aussied­lern ist mit 13 Prozent relativ hoch aus. Das liegt vermutlich daran, dass unter den Aussiedlern viele Menschen mittleren Alters eingewandert sind, die nur schwer Anschluss auf dem Arbeitsmarkt finden. Bei den in Deutschland Geborenen hal­biert sich der Anteil der von öffentlichen Leistungen Abhängigen. Er fällt sogar geringer aus als bei den Einheimischen.

Der in Marzahn Nordwest aktive Verein der Aussiedler Vision e.V. ist sehr froh darüber, dass durch die Studie ihre Einschät­zung bestätigt wurde, wonach die Integration der Aussiedler im Allgemeinen als Erfolgsgeschichte zu be­trachten ist. Und sie darf ohne Frage stolz darauf sein, mit ihrer jahrzehntelan­gen beharrlichen Arbeit einen nicht unwesentlichen Beitrag zu dieser Erfolgsge­schichte geleistet zu haben.